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Bevor ich das erste Kosmetiktäschchen meines Lebens genäht habe, fragte ich meine Nählehrerin nach der Materialliste.

Ich notierte mir fleißig auf dem Zettel: Baumwollstoff, Reißverschluss, Fiese Line…und ging mit Bauchschmerzen einkaufen. Ich war ja blutige Anfängerin – diese Fiese Line lässt sich bestimmt nicht so einfach verarbeiten, sonst hätte sie einen anderen Namen bekommen!

Ich muss es zugeben: Manchmal fühle ich mich im Dschungel der textilen Begriffe so verloren!

Viele Bezeichnungen sagen mir absolut nichts! Wurde der Singlejersey von einem unverheirateten Stoffdesigner entwickelt? Wird der Sweatshirtstoff aus Zucker hergestellt?

Und vor allem der French Terry, der seit Monaten in aller Munde ist?! Ist er ein charmanter Franzose? Eine neue Hunderasse? Ich verstehe nur Bahnhof!

Du auch? Prima! Dann bist du hier genau richtig! Ich hab mich auf eine kleine Reise durch die Kontinente und Zeitepochen gemacht und die wichtigsten Informationen rund um den French Terry für dich gesammelt!

Wir schreiben das Jahr 1850 und fahren nach England.

Der englische Ethnologe Henry Christy kehrt aus Konstantinopel zurück und hat im Gepäck ein mit Schlingen auf der Oberseite verziertes Handtuch.

Das Gewebe in der Form war bis zu diesem Zeitpunkt im Westen völlig unbekannt. Der neuartige Stoff begeisterte seinen Bruder Richard dermaßen, dass er sich sofort der Entwicklung und dem maschinellen Verfahren zur Herstellung von Frottierstoff (franz.: frotter – reiben) widmete.

Unser geliebtes Handtuch (Turkish Terry) wurde geboren.

Handtücher in deinem Bad sind eine Webware. Sie sind nicht dehnbar und die Schlingen sind auf beiden Seiten sichtbar. Sie sind weich, gemütlich und sehr saugfähig – diese besondere Eigenschaft hatte schon übrigens als erste prominente Terry-Verehrerin die Königin Victoria zu schätzen gelernt.

Was hat der French Terry mit dem Handtuch gemeinsam? Das sind die Schlingen! Mit dem Unterschied, dass French Terry, auch Sommersweat genannt, ein gewirktes Frotteegewebe ist.

Typisch für diesen Stoff sind zwei unterschiedliche Stoffseiten: Die rechte, glatte Seite und die linke Seite voller kleiner Schlingen.

Technisch gesehen, ist French Terry also ein Jerseystoff, der jedoch schwerer als Standard-Jersey und leichter als Sweatstoff ist.

Was kann er besonders gut?

Der Stoff ist formstabil und trotzdem leicht fallend, hautfreundlich, atmungsaktiv und pflegeleicht. Die glatte und gleichmäßige Oberfläche lässt sich sehr gut individualisieren. Dein Plotter oder deine Stickmaschine werden sich freuen!

Wie verarbeite ich den Sommersweat?

French Terry ist ein verhältnismäßig stabiles Gewebe und auch für Anfänger gut geeignet.

Wie bei allen dehnbaren Stoffen muss man beim Nähen elastische Stiche und eine Jersey-Nadel verwenden.

French Terry muss nicht versäubert werden, da die offenen Kanten nicht ausfransen.

Achtung! Die Kanten rollen sich leicht, was eigentlich gar nicht so schlimm ist, hier bietet sich schon fast von alleine an manchen Stellen eine offene Kantenverarbeitung an (vielleicht mit Kontrast- oder Metallic Garnen?), die dem Look einen besonders lässigen Charakter verleiht.

Was mache ich damit?

Ursprünglich für Sportkleidung gedacht, eignet er sich auch hervorragend für alle Nähprojekte, für die ein mittlerer bis schwerer Jersey empfohlen wird.

Jogginghosen, Sweatshirts, Mützen, Loops, Cardigans – aber auch legere, gemütliche Kleider mit sportlichem Touch – so viel Potenzial steckt in diesem Stoff!

Gefällt dir dieser Stoff? Hast du schon mal etwas aus dem French Terry genäht? Schreib mir doch! Und sei bitte nicht böse, wenn ich sofort nicht antworte – den Rest des Tages verbringe ich im Nähzimmer!

Mein French Terry wartet auf mich!

 

About Milli

Hi, ich bin Milli! Ich liebe Erdbeereis und schöne Stoffe. Zum Nähen bin ich vor 5 Jahren gekommen. Seitdem hat mich das Nähfieber gepackt und nicht mehr losgelassen…
Hier teile ich mit dir meine Liebe zur DIY Mode!

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4 thoughts on “FRENCH TERRY. MON AMOUR!

  • Hej,das ist das eine sehr coole Info, Ich bin ein bisschen ins Grübeln gekommen, als die 1. French Terries im Herbst auftauchten.Nun bin ich ein wenig schlauer und hab superviel Lust, sofort loszulegen! Bin gespannt, ob meine Stickmaschine ihn wirklich mag und wie es mit anderen Transfermethoden aussieht.Vielen Dank! Ich werde berichten!

  • Hallo zusammen, ich habe das erste Mal die Zeitschrift Milliblu`s gekauft und wollte das Model25 ,eine Bluse, nachnähen.
    Leider musste ich die Feststellung machen, dass das Schnittteil mit der Nummer 3, nämlich das Vorderteil nicht vorhanden ist.
    Es sollte auf dem Schnittbogen C in blauer Farbe aufgedruckt sein.
    Sehr ärgerlich!!!!

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